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BildSonntag, 19.09.2010:
SPOCK'S BEARD
Spock's Beard - The 10 th - X - European Tour 2010. Was macht eine Band, wenn ihre unbestrittene Frontfigur einen Abgang macht? Entweder löst sie sich auf oder findet einen Ersatz. In seltenen Fällen sucht sie eine Lösung aus den eigenen Reihen. Wie etwa Genesis 1975, als Schlagzeuger Phil Collins die Position von Sänger Peter Gabriel übernimmt. Oder, siebzehn Jahre später, Spock's Beard. Doch drehen wir zurück auf Anfang. Die Gründung der Band erfolgt 1992, als sich die Geschwister Neal (Keyboard, Gesang) und Alan Morse (Gitarre) mit dem Schlagzeuger Nick D'Virgilio zusammen tun. Der kuriose Name, der sich auf eine berühmte Star Trek-Figur bezieht, entstammt einer Konversation zwischen den Brüdern. "Alles ist so komisch heute Abend, es ist so, als wären wir in einem parallelen Universum. Es ist so, als hätte Spock einen Bart", soll Alan zu Neal gesagt haben. Star Trek-Fans erinnern sich an die Parallelwelt-Folge. Selbstfinanzierte Aufnahmen erwecken die Aufmerksamkeit des Bassisten Dave Meros, der 1993 an Bord kommt. Spock's Beards Debüt "Light" erscheint zwei Jahre später, bestehend aus vier langen Stücken, die der Progressive Rock-Band erste Aufmerksamkeit bescheren. Als kurz darauf der Keyboarder Ryo Okumoto hinzu stößt, ist das Line-up komplett. Schon mit ihrem Debüt haben sie vor allem in Europa ein treue Hörerschaft, jedoch dauer es noch, bis sie sich in diesen Breitengraden auch live sehen lassen. Mit dem zweiten Album "Beware Of Darkness" (1996) schaffen sie den Sprung über die Grenzen der USA hinaus und erspielen sich weltweit ein treues Publikum. Dass sie in alle Richtungen offen sind zeigt nicht nur das gleichnamige George Harrison-Cover, sondern auch Drummer Nick, der im selben Jahr mit Tears For Fears als Livedrummer auf Tour geht. Doch ihr Ruf im Prog-Bereich wächst nur noch, denn sie headlinen im Mai '97 das ProgFest in L.A. und niemand geringeres als Genesis bitten Nick, die Drums auf "Calling All Stations" einzuspielen. Ende '98 erscheinen zwei mehr oder minder offizielle Live-Scheiben namens "Rarities" und "The Beard Is Out There" und in England auch ein Album namens "The Kindness Of Strangers". So richtig legen sie aber erst wieder im folgenden Jahr los. Nicht nur, dass mit "Day For Night" schon das nächste Studioalbum des bärtigen Spock's erscheint, Neal veröffentlicht zuvor schon sein erste Soloalbum mit dem schlichten Titel "Neal Morse" und gründet mit Mike Portnoy (Drums), Pete Trevawas (Bass) und Roine Stolt (Gitarre) die Band Transatlantic. Mit Dream Theater geht es 2000 auch auf Eruopatour und neben dem nächsten Studioalbum "V" gibt es auch noch eine weitere Livescheibe mit dem Titel "Don't Try This At Home" zu beziehen. Genau wie das im folgende Jahr erscheinende "All On A Sunday" gibt es die Scheibe nur über ihre Homepage oder auf Konzerten zu kaufen. 2002 erscheint Spock's Beard bis dahin anspruchsvollstes Werk "Snow", ein Konzeptalbum, das von einem Albino handelt, der möglicherweise der Messias ist. Auf dem kreativen Höhepunkt verlässt Neal Morse aber vollkommen überraschend die Band, da ihm Gott anscheinend deutlich zu verstehen gab, dass sein Weg von nun an Solo sein soll. Die übrigen Vier entscheiden, seine Stelle aus ihren Reihen zu besetzen und stellen Nick D'Virgilio ans Mikrofon. Seinen Einstand als Sänger liefert der Drummer auf "Feel Euphoria", wo er natülich ebenfalls die Drums einspielt. Auch Fates Warning greifen gern auf die Talente des Drummers zurück und nehmen ihn 2003 mit auf ihre US-Tour. Da die Zusammenarbeit sehr gut klappt, ist Nick seitdem ein mehr oder weniger festes Live-Mitglied der Band. Doch auch im eigenen Lager steht die Zeit nicht still und so erscheint 2005 "Octane", das nach eigenen Angaben ihr härtestes, aber wohl auch zugänglichstes Werk darstellt. In den USA spielen sie kaum Konzerte, dafür führt sie die Tour zum Album im März durch Europa und auch im Oktober kommen sie für eine weitere Rundreise auf den alten Kontinent zurück. Da alle Musiker sich durchaus in anderen Projekten zu beschäftgen wissen, finden auch 2006 kaum Liveauftritte von Spock's Beard statt. Dafür basteln sie an einem weiteren Album, das sie Mitte November unter dem schlichten Titel "Spock's Beard" veröffentlichen. Support: ENOCHIAN THEORY (http://enochiantheory.co.uk/). Einlass: 18.00 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr. Tickets für EUR 22,- zzgl. Vvk.-Geb. ab sofort an den bekannten VVK.- Stellen.
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